Damals...

Impuls des Monats

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Es war schon eine verrückte Geschichte… Lange Zeit sind wir mit ihm mitgegangen. Noch krasser – wir haben alles für ihn stehen und liegen lassen. Unser Vertrauen in diesen Mann war unglaublich groß. Und wir wurden bestätigt! Er hat Menschen erreicht, von denen wir nicht mal wussten, dass es sie überhaupt gab. Er hat Leute berührt und ihr Leben damit verändert. Er hat Wunder getan! Da war ein Mann, der sein Leben lang blind war. Wir kannten ihn schon und wussten, dass er täglich dort um Geld bittet. Und nach einer kurzen Begegnung?! Er war geheilt. Er konnte wieder sehen und ging fröhlich seiner Wege. Der Wahnsinn…

Und dann kam dieser seltsame Tag. Dieser Tag, an dem Jesus uns erzählte, dass einer von uns schon sehr bald leugnen würde, ihn überhaupt zu kennen. Er sagte noch mehr Dinge, die keiner von uns hören wollte: Dinge von Tod und  Sterben, von Verrätern und Leugnern. Das hat mich sehr getroffen… Aber wisst ihr was?! Es tat noch viel mehr weh, als er einmal mehr Recht behalten sollte. Ich war es, der nicht zu ihm stehen konnte. Ehrlich, im Nachhinein hab ich mich selbst nicht verstanden. Er hat mir einfach alles bedeutet und ich stehe da und hab nicht den Arsch in der Hose, das zuzugeben. Es schien einfach alles verloren. Ich habe mich so verloren gefühlt.

Dann die Kreuzigung. Ich kann euch gar nicht sagen, wie schrecklich es war, ihn dort hängen zu sehen – geschlagen, verspottet und ausgelacht von den Menschen, die ihn vor kurzer Zeit noch gefeiert haben. Aber konnte ich überheblich sein? Ich, der ihn so im Stich gelassen hat?

Als wir ihn dann ins Grab legten, wussten wir, dass es nun vorbei sein würde. Er war tot. Wir hatten sicherlich die Hoffnung, dass er doch noch vom Kreuz irgendwie herabsteigen würde, aber diese Hoffnung starb mit seinem letzten Atemzug. Jetzt liegt er da, genau die alles, was wir uns erhofft hatten. Tot, im Grab, weit weg von uns…

Als die Mädels dann an diesem einen Morgen zu uns kamen, dachte ich an einen schlechten Scherz. Aber irgendwie keimte diese Hoffnung wieder in mir auf, die ich auch am Kreuz hatte. Vielleicht ist dort irgendwas geschehen. Also los! Auf zum Grab. Ich bin nicht der beste Läufer, aber meine Beine, sie trugen mich so schnell dorthin. Völlig außer Atem dann die Gewissheit: Jesus hat diesen Ort verlassen. Er ist nicht mehr tot, nicht mehr im Grab, nicht mehr weit weg von uns.

Warum ich euch das erzähle? Weil Jesus heute noch lebt! Denn er blieb nicht im Grab. Er ist da. Und er hat den Tod besiegt. Deshalb haben wir uns letzten Monat daran erinnert. Weil wir daran denken wollen und müssen, dass Karfreitag schrecklich war. Für jeden von uns. Aber durch dieses Schreckliche wird Ostern nur noch größer. Dieses Fest wird fröhlicher und lebendiger. Das möchte ich euch mitgeben, weil ich es erlebt habe.